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Energy Globe Wien 2019

Am 04.06.2019 fand in Wien die Verleihung des Energy Globe Awards an die Wiener Landessieger statt.

Der ENERGY GLOBE Award wurde 1999 vom österreichischen Energie-Pionier Wolfgang Neumann gegründet und ist heute der weltweit renommierteste Umweltpreis.
Der Energy Globe Award zeichnet jährlich herausragende, nachhaltige Projekte mit Fokus auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien aus.

Das Credo des Awards lautet:
Für viele unserer Umweltprobleme gibt es bereits gute, umsetzbare Lösungen.

Die Gewinner im Wettbewerb um den Energy Globe Wien 2019 heißen:

  • Gesamt- & Kategoriesieger Wasser:
    alchemia-nova GmbH mit dem Projekt VertECO
  • Kategoriesieger Jugend:
    Caritas Wien Ausbildungszentrum Seegasse mit dem Projekt „Zero Waste - Glas statt Plastik“
  • Kategoriesieger Erde:
    TU-Wien mit dem Projekt Hanffaserbeton
  • Kategoriesieger Feuer
    WIEN ENERGIE mit dem Projekt Großwärmepumpe Simmering
  • Carbon Recovery GmbH mit dem Projekt Kontinuierliches und umweltfreundliches thermo-chemisches Recycling aller Rohstoffe aus Altreifen


Caritas Wien, Dr. Rusbeh Rezania (Wien Energie), Gesamtsiegerin Heitzlhofer Theresa (alchemia-nova GmbH), Dr.Ildiko Merta: (TU-Wien), GF Christian Konvalina (Carbon Recovery GmbH),

Gesamtsieger & Kategoriesieger Wasser ist die alchemia-nova GmbH mit dem Projekt VertECO

Kurzprojektbeschreibung: In Mediterranen Ländern tritt in den Sommermonaten klimabedingt Wasserstress auf. Dieser Effekt wird durch Millionen Touristen, die in diesen Ländern im Sommer Urlaub machen, noch verstärkt. Die Abwasserentsorgung in vielen Mediterranen Ländern ist noch immer unzureichend, empfindliche Ökosysteme werden durch die nährstoffreichen Einträge gestört oder sogar zerstört.
„vertECO – das vertikale Ökosystem zur Grauwasserreinigung“ wurde im Rahmen eines EU Forschungsprojektes (FP7, „demEAUmed“, Grant agreement No. 619116) von alchemia-nova entwickelt und validiert. vertECO ist ein dezentrales, unabhängiges Abwasserreinigungssystem, welches auf der mikrobiellen Aktivität im Wurzelraum von Pflanzen basiert. Mit einem Energieeinsatz von 1 kWh können etwa 250 Liter Grauwasser gereinigt werden. Das behandelte Wasser kann wiederverwendet werden: Zur Bewässerung anderer Pflanzen, Gebäude- und Textilreinigung, Toilettenspülung. Durch die spezielle Anordnung und Technik ist vertECO platzsparend, geruchlos und eignet sich für eine Anwendung in Innen-und Außenräumen.


Sieger in der Kategorie Jugend ist Caritas Wien Ausbildungszentrum Seegasse mit dem Projekt „Zero Waste - Glas statt Plastik“

Schüler gestalten ihre eigenen Glasflaschen und setzen sich im Unterricht mit Umweltschutz und Recycling auseinander.





Sieger in der Kategorie Erde ist Institut für Werkstofftechnologie, Bauphysik und Bauökologie, TU-Wien mit dem Projekt Hanffaserbeton

Im Rahmen dieses Projektes hat TU Wien neuartige Hanffaserbetone entwickelt. Dabei wurden die, für Beton in der Praxis üblich verwendeten äußerst ressourcen- und energieintensiven, Stahl- und Kunststofffaserbewehrung durch organische und in Österreich lokal vorhandenen Naturfasern von industriellem Hanf ersetzt. Die Motivation dieses Projektes war höhst-innovative und Ressource-effiziente Betonsorten zu entwickeln, die einen gesamtheitlichen Lösungsansatz für ein zukunftssicheres und nachhaltiges Bauen bieten. Hanffaserbetone weisen hervorragende mechanische Eigenschaften auf und können in verschiedenen Bereichen der Bauindustrie eingesetzt werden. Hanffaserbetone ermöglichen den Verbrauch an nicht erneuerbaren Ressourcen deutlich zu reduzieren, lokale und erneuerbare organische Ressourcen zu nutzen und deren Verwendung zu fördern.

Kosten und ökonomische Vorteile des Hanffaserbetons gegenüber herkömmlichen Faserbeton sind:
  • Hanffaserbeton ist im Vergleich zu Beton 20% leichter, weshalb die Herstellung und der Transport günstiger ist (min. 15% Kostenersparung).
  • Erhebliche Reduzierung der Schalungsaufwand und -Kosten (min. 10% Kostenersparung).
  • Faserbewehrung aus lokal verfügbaren und nachwachsenden Rohstoffen ermöglicht deutlich kürzere Transportwege (deutliche ökonomische Vorteile)
  • Hanffasern sind 10mal billiger als Kunststofffasern und 3mal billiger als Stahlfasern
  • 1m3 Hanffaserbeton kostet zwischen 140€/m3, Stahlfaserbeton 180€/m3 (bis zu 20% Kostenersparung), Kunststoff-Faserbeton 190€/m3 (bis zu 25% Kostenersparung)
  • Komplett recycelbarer Baustoff, somit entstehen am Ende des Lebenszyklus des Baustoffs keine Entsorgungskosten (erhebliche Kostenersparung)
  • Der Anbau von Hanfplantagen bietet Innovations-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotential für die Landwirtschaft (erhebliches ökonomisches Potenzial).


Sieger in der Kategorie Feuer ist WIEN ENERGIE mit dem Projekt Großwärmepumpe Simmering

Die Erreichung der Klimaziele von Paris 2015 setzt eine zeitnahe (wenn nicht sogar sofortige) Steigerung des erneuerbaren Anteils über alle Sektoren voraus. Im Bereich der Fernwärme kann dies durch die Nutzbarmachtung von Abwärme aus Gewerbe/Industrie, Abwasserkanälen, Kläranlagen und etc. bewerkstelligt werden. Um die genannten Wärmequellen nützen zu können, wird die Technologie Wärmepumpe benötigt. Dabei wird den erneuerbaren Quellen durch den Einsatz von Strom, Wärme auf einem niedrigen Temperaturniveau entzogen und auf das für den Wärmeverbraucher benötigte Temperaturniveau angehoben. Wien Energie GmbH verbaute daher die Großwärmepumpe in Wien Simmering mit einer speziellen Regelungs- und Bedientechnik, um trotz der Temperaturschwankungen der Wärmequelle (Donaukanal + Kühlkreislauf von bestehenden KWK-Anlagen) kontinuierlich Wärme mit einem konstanten Temperaturniveau in das Fernwärmesystem einspeisen zu können. Durch die Produktion der umweltfreundlichen Fernwärme aus Großwärmepumpe Simmering können 25.000 Wiener Haushalte mit Wärme versorgt und 40.000t CO2 pro Jahr eingespart werden.


Sieger in der Kategorie Luft ist Carbon Recovery GmbH mit dem Projekt Kontinuierliches und umweltfreundliches thermo-chemisches Recycling aller Rohstoffe aus Altreifen

Jährlich fallen weltweit über 14 Millionen Tonnen Altreifen an (in der EU 3,5 Millionen Tonnen und in Österreich 60.000 Tonnen p.a.). Diese Altreifen werden immer noch überwiegend deponiert oder verbrannt, womit eine wichtige Rohstoff-Ressource unwiederbringlich vernichtet wird.

CARBON RECOVERY GmbH ist in Besitz der weltweit ersten, vollkommen geschlossenen, kontinuierlichen und energieautarken Vakuum-Pyrolyseanlage (Pilotanlage) zur Wiedergewinnung sämtlicher Rohstoffe (überwiegend Kohlenstoffe und Kohlenwasserstoffe) aus Metall-entfrachteten Altreifenfraktionen. Die mit einem goldenen Innovationspreis ausgezeichnete und praxiserprobte Anlage wird um eine Gaswäsche und ein elektrisches Beheizungssystem ergänzt und am Industriestandort Traiskirchen (NÖ) in Betrieb genommen (Erweiterung und Re-Launch). Die beiden Hauptprodukte sind das recovered Carbon Black (rCB), sowie ein Diesel-ähnliches Öl. Das Verfahren gilt als das ökologischste und ökonomischste Verwertungsverfahren für Altreifen überhaupt und spart pro Linie (Input: 8.000 Tonnen) jährlich 22.000 Tonnen CO2-equ. und 11.000 Tonnen Erdölprodukte.

 
 
 
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