Diese Seite verwendet Cookies,
Diese Seite verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Surfen Sie weiterhin auf unserer Seite, stimmen Sie unserer Cookie-Nutzung und unserer Datenschutzrichtlinie zu.
x
Österreich || Burgenland | Kärnten | Niederösterreich | Oberösterreich | Salzburg | Steiermark | Tirol | Vorarlberg | Wien

ENERGY GLOBE Austria 2016

Kategorie Wasser


Kategoriesieger

Ökostraße (Drain Garden© - Intelligentes und ökologisches Regenwassermanagement)

Einreicher: Marktgemeinde Ober-Grafendorf
Bundesland: Niederösterreich

Stetige Siedlungsentwicklung samt immer weiter fortschreitender Bodenversiegelung und zu schützender Bebauung einerseits, und der Klimawandel mit einer zu erwartenden Zunahme von Starkregenereignissen, und längeren Trockenperioden in der Region Voralpen andererseits stellen eine große Herausforderung für die Gemeinden samt ihrer Infrastruktur und ihrem Budget dar. In dieser Situation befindet sich auch Ober-Grafendorf. Im Sinne einer lokalen Klimawandelanpassungsstrategie wurde das Projekt der "Ökostraße" (Draingarden©) ausgearbeitet. Es soll als Prototyp und Vorlage für zukünftige Siedlungsstraßen im lokalen und untergeordnetem Straßennetz dienen und die zu erwartenden Aufgaben bzw. Herausforderungen im Zusammenhang mit Bodenversiegelung und Starkregenereignissen erfolgreich meistern. Ziel des Projektes "Ökostraße" (Draingarden©) ist es, das Regenwasser als Oberflächenwasser von Siedlungsstraßen nicht mehr schnellstmöglich in einen Kanal abzuleiten, sondern in speziell dafür entwickelte Grünflächen, welche direkt an die Siedlungsstraße angrenzen, einzuleiten. Dadurch kann das Wasser vor Ort von Pflanzen genutzt werden. Hochwasserschutz wird wie bei konventioneller Technik garantiert. Darüber hinaus muss das Regenwasser nicht mehr energieaufwendig in der Kläranlage aufbereitet werden und auch hinsichtlich der Kanalinfrastruktur kann sich die Gemeinde in Zukunft Geld sparen. Die Ökostraße wurde in einem neuen Siedlungsgebiet von Ober-Grafendorf auf einer Länge von rund 100 Metern umgesetzt. Diese erste Ökostraße ist auch gleichzeitig eine Versuchsanordnung, um nach Abschluss des zweijährigen Versuchszeitraumes Aussagen zu Wasserverfügbarkeit, Verschlemmung, Hochwasserschutz u.ä. treffen zu können. In diesen Grünflächen werden diverse Substrate und Pflanzen auf ihre Brauchbarkeit getestet. Die sogenannten DrainGardens können auf Basis der Untersuchungen für unterschiedliche Anwendungsfälle dimensioniert und gestaltet werden. In jedem Kubikmeter DrainGarden können bis zu 500 Liter Wasser gespeichert werden und über Pflanzen verdunsten. Dies entspricht der Kühlleistung einer hundertjährigen Buche an einem heißen Sommertag. In Abhängigkeit der Bepflanzung können Bäume in ihrem Holz artspezifisch CO2 speichern. Aber auch der Boden stellt eine CO2 Senke dar. Neben der regionalen Wertschöpfung durch Arbeitsplätze sollen auch vorwiegend regionale Gesteinskörnungen und wenn möglich auch Rezyklate aus dem Hochbau zur Anwendung kommen.

  • Regenwasser wird in Grünflächen eingeleitet
  • Wasser kann von Pflanzen genutzt werden
  • Regenwasser wird nicht mehr in der Kläranlage aufbereitet
  • Kostenersparnis bei Kanalinfrastrukur
  • Pro Kubikmeter werden bis zu 500 l Wasser gespeichert

Foto download
Foto download
Foto download




weitere Nominierte:

Wasserkraftschnecke mit integrierter bidirektionaler Fischwanderhilfe

Einreicher: HYDROCONNECT GmbH
Bundesland: Steiermark

Herkömmliche Systeme zum Fischaufstieg wie Beton-Schlitzpässe oder naturnahe Umgehungsgerinne haben hohe Anschaffungs- sowie Sanierungskosten und bieten Betreibern keinen Return of Investment. Sehr oft funktionieren diese Systeme für den Fischabstieg nicht. Das Ziel dieses Projekts war daher die Entwicklung eines ressourcen- und platzsparenden Systems für den Fischaufstieg, Fischabstieg und außerdem eine angeschlossene Stromproduktion. Herkömmliche Wasserschnecken wurden dazu auf verschiedene Aspekte hin untersucht. Die Hauptfrage war dabei, wie man eine verletzungsfreie Fischwanderung im Vergleich zu Turbinen oder Trogschnecken garantieren kann. Aufgrund von Wasserkraftwerken sind natürliche Fischhabitate sehr eingeschränkt bzw. auf einen kleinen Gewässerabschnitt beschränkt. Dadurch entsteht eine mangelhafte Biodiversität und die Fischwanderung flussauf- sowie abwärts entfällt. Um dieses Problem zu lösen, wurde eine Drehrohr-Doppelwasserkraftschnecke mit integrierter Fischwanderhilfe zur Auf- und Abwärtswanderung an Fließgewässern entwickelt. Der Transport der Fische erfolgt über zwei ineinander liegende Schnecken, die mittels gegenläufiger Windung Fische sowohl nach oben als auch nach unten befördern. Dies gewährleistet neben dem verletzungsfreien Fischauf- und abstieg auch höchste Effizienz bei der Stromerzeugung (zB durch Restwasser). Anfänglich wurde in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur und dem Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement in Trockenversuchen geklärt, ob Fische ein solches System überhaupt annehmen würden. In weiterer Folge wurde ein Prototyp an der Jessnitz in Niederösterreich installiert. Die BOKU führte Monitorings und die ökologische Begleitforschung zum Thema Auffindbarkeit, Passierbarkeit, Verletzungsfreiheit, Aufstieg und Abstieg durch. Innerhalb der nächsten Monate folgten immer wieder diverse Versuchsanordnungen. Nach dem Transport und der Begutachtung von hunderten Fischen stand definitiv fest, dass das System funktioniert. Bis heute wurden bereits tausende Fische freiwillig in ihre natürlichen Habitate transportiert und es wurden etliche kWh an grünem Öko-Strom produziert. Des Weiteren wurde am zukünftigen Produktionsstandort in Neubruck ein Schaukraftwerk als Forschungsstandort bzw. zum Eigenstromverbrauch errichtet. Es besteht dort die Möglichkeit zur Beobachtung der Fischwanderung unter Wasser.

  • Wasserkraftschnecke mit integrierter Fischwanderhilfe
  • Zur Auf- und Abwärtswanderung von Fischen
  • Verletzungsfreie Wanderung ist sichergestellt
  • Tausende Fische wurden bereits transportiert
  • Schaukraftwerk zur Forschung und Stromproduktion

Foto download
Foto download
Foto download

Fischliftschleuse

Einreicher: DI Bernhard Monai, der Wasserwirt
Bundesland: Kärnten

Da die EU-Wasserrahmenrichtlinie die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern bis 2027 in der gesamten EU vorschreibt, muss jedes Land dafür Sorge tragen, dass dies umgesetzt wird. Deshalb gibt es in Österreich einen Leitfaden, welcher Informationen zur Auslegung und Dimensionierung von Fischaufstiegshilfen enthält. Die Umsetzung der Maßnahmen bedeutet für Kraftwerksbetreiber jedoch, dass hohe Investitionen erforderlich sind. Zudem sind die im Leitfaden enthaltenen Lösungen oft nur mit Einschränkungen umsetzbar. Bei Standorten, an denen der mittlere Jahresabfluss < 1.000 l/s beträgt, ist der Leitfaden nicht anwendbar. Durch den hohen wirtschaftlichen Aufwand bleibt als Alternative nur der Rückbau des Kraftwerks und damit die Schließung. Aus diesem Grund wurde ein System entwickelt, das auch bei solchen Standorten eine kostengünstige und zugleich platzsparende Lösung bietet. Die Herausforderung ist die Überzeugung der zuständigen Behörden, die ein solches System, das nicht dem Stand der Technik entspricht, zu genehmigen. Deshalb werden Pilotstandorte entwickelt und von der BOKU Wien überwacht, um zukünftigen Kunden ein geprüftes System anbieten zu können. Durch dieses System können auch jene Standorte durchgängig gemacht werden, an denen auf Grund der schwierigen Situation kein Fischaufstieg gefordert wird. So können selbst dort der Gewässerzustand verbessert und die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden. Durch die platzsparende Umsetzung bestehen auch Vorteile für Kraftwerksbetreiber, da die Baukosten um 30% bis 50% geringer ausfallen. Der Einfluss auf den Bestand ist deutlich geringer. CO2-Emissionen können durch kompakte Anlagen reduziert werden. In Zukunft soll das System mit einer Turbine (umgebaute Pumpe) ausgestattet werden können, sodass die Fischaufstiegshilfe das benötigte Wasser auch energetisch nutzt. Neu an diesem System ist, dass das Fischliftschleusensystem von Fischen im Vergleich zu herkömmlichen Fischliften in beide Richtungen genutzt werden kann. Am Standort Huchenregion können 50% des Lockwassers und 135 MWh jährlich eingespart werden. Die Gesamteinsparungen liegen nach 10 Jahren bei ca. 500.000 €.

  • Fischaufstiegshilfe für schwierige Standorte
  • Günstige und platzsparende Lösung
  • Gewässerzustand wird verbessert
  • Baukosten um 30-50% geringer
  • Standort Huchenregion spart jährlich 135 MWh

Foto download
Foto download
Foto download

Wasserkraftwerk Bärenwerk

Einreicher: Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation
Bundesland: Salzburg

Das Wasserkraftwerk Bärenwerk ist eines der ältesten Kraftwerke der Salzburg AG und seit den 1920er Jahren ein wichtiger Lieferant von Strom aus nachhaltiger Wasserkraft. Die Anlage leistete einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Salzburgs in der Zwischen- und Nachkriegszeit. Attribute wie Mut und Weitblick waren auch bei der aktuellen Modernisierung der Anlage gefordert. Das Herzstück war der Bau eines neuen, über drei Kilometer langen, Druckstollens. Grund für die umfassende Modernisierung waren neben den alten oberirdisch verlegten Druckrohrleitungen, welche bis Ende 2015 betrieben werden hätten dürfen, auch die schon baufällige Wasserfassung und der Triebwasserstollen.
Im Nahbereich des Übergangs von Druckstollen auf erdverlegte Druckrohrleitung befanden sich Biotope und sensible Schutzgebiete. Somit wurde von der Trassenführung der Altanlage abgegangen und die neue Trasse mit einer weit steileren Gradiente in den Nahbereich des Talbodens verlegt. Aufgrund der Anlagenausprägung als Laufkraftwerk in Form einer Ausleitung und eines Tagesspeichers in Ferleiten an der Großglockner Hochalpenstraße wurde auf die nachhaltige Integration der Anlage, insbesondere des Speichers und der baulichen Anlagenteile, unter Schonung von Bodenressourcen und einem harmonischen Erscheinungsbild Bedacht genommen. Primär war das Ziel, die Anlage in ihrer Gesamtheit unter den vorhandenen Rahmenbedingungen für die Zukunft mit neuester Technik zu versehen, um weiterhin sauberen Strom aus heimischer Wasserkraft zu erzeugen. Dabei sollte eine Symbiose zwischen alter und neuer Technik geschaffen werden. Durch die technischen Maßnahmen wurde eine Leistungssteigerung von rund 30% erreicht.
Das Ausbruchsmaterial aus dem Stollen wurde nicht wie sonst üblich mittels LKW verbracht, sondern direkt über eine Bandschutteranlage durch den Stollen und einen Zwischenspeicher auf eine extra errichtete Seilbahn verladen und zur nahegelegenen Geländemodellierungsfläche transportiert. Dadurch wurden mehr als 10.000 LKW-Fahrten und ca. 8.000 t CO2 eingespart. Der Fokus lag dabei vornehmlich auf der Eindämmung der zusätzlichen Verkehrsbelastung und der Reduktion der Schadstoffimmissionen für die Bevölkerung. Mit der Neuerrichtung der Wasserfassung in Ferleiten wurde die Speicherkapazität erweitert und die nutzbare Wassermenge vergrößert. Nach dem Abbau der alten Druckrohrleitungen wurden rund 8.000 m Naturraum frei und zusätzlich konnten Feuchtbiotope und Flachwasserzonen als neue Habitate geschaffen werden. Die Anlage deckt nun mit einer jährlichen Stromproduktion von ca. 67 GWh nun den Strombedarf von 19.000 Haushalten ab und es können dabei jährlich 60.000 t CO2 vermieden werden.

  • Sanierung und Erweiterung des Wasserkraftwerks<br />
  • Nachhaltige Stromproduktion von 67 GWh&nbsp;
  • Deckt den Strombedarf von 19.000 Haushalten ab<br />
  • J&auml;hrlich werden 60.000 t CO2 vermieden<br />
  • Schaffung von Feuchtbiotopen und Flachwasserzonen<br />

Foto download
Foto download
Foto download